4 Fragen an Pelletproduzent Tschopp

Das Unternehmen Tschopp im luzernischen Buttisholz ist einer der grössten Pellethersteller der Schweiz. Daniel Tschopp wie viele Pellets produziert ihr pro Jahr? Wo liegt euer Potential, auf welche Menge könntet ihr steigern?
2019 haben wir 105`000 Tonnen Holzpellets hergestellt, dies entspricht einer Steigerung von 15% gegenüber 2018. Die aktuell mögliche Produktionskapazität liegt bei 130`000 Tonnen pro Jahr. Durch die Installation einer zusätzlichen Pelletpresse können wir nochmals jährlich ca. 35`000 Tonnen mehr herstellen. Das heisst, wir könnten noch zusätzlich 15`910 Einfamilienhäuser heizen.

Woher stammt das Sägemehl, das ihr zu Pellets verarbeitet?
Das Sägemehl stammt zu 40% von unserem eigenen Sägewerk. Den Rest kaufen wir von anderen Sägewerken aus der Schweiz zu. 5% stammt von Betrieben im Grenzgebiet Deutschland und Frankreich.

Oft hört man den Einwand, wenn Pelletheizungen weiter so boomen, kommen die Pellets plötzlich von Sibirien oder Kanada und das ist ein ökologischer Blödsinn. Was sagen Sie dazu?
Es bestehen grosse Reserven in der Schweizer Pelletproduktion. Beispielsweise geht ein neues Werk bei der Firma Schilliger Holz in Betrieb, zum anderen können bestehende Werke bei Bedarf ausbauen und ihre Produktion erhöhen. Zudem werden bei Um- und Neubauten die Gebäude so gut gedämmt, dass weniger Wärme wird, sprich weniger Pellets verbrauchen. Wenn Pellets importiert werden, dann nur weil diese je nach Wechselkurs günstiger sind als Schweizer Pellets, nicht weil es zu wenig Pellets hat.

Was passiert, wenn alles anfallende Sägemehl aus der Schweiz zu Pellets verarbeitet wurde. Aus was werden dann Pellets hergestellt.
Wir verwenden für unsere Produktion Hobelspäne, Sägemehl und Hackschnitzel als Rohstoff. Der nächste Schritt wäre Industrieholz, bzw. nicht sägefähiges Rundholz zu Pellets zu verarbeiten, ist technisch sehr gut möglich.
Ich denke aber nicht, dass das soweit kommen wird. Die Herausforderung ist, dass wir zu viel Holz in der Schweiz haben und dadurch der Wald überaltert. Es muss der Schweizer Holzindustriebranche gelingen, mehr Holz in der Schweiz für die Schweiz zu verarbeiten, dann gibt es automatisch mehr Restholz. Diesen Weg wird unsere Firma gehen.

Die Fragen stellte Bea Heitzmann, Heitzmann AG

Tschopp Holzindustrie AG